
Meilenstein beim viergleisigen Ausbau der Weststrecke: Erfolgreicher Verschub der 1800-Tonnen-Brücke über die A25
Ein Balanceakt der besonderen Art ist am Sonntag, den 14. Juni 2026 gelungen. Dort, wo sich zwei Hauptverkehrswege kreuzen, die Weststrecke und die Autobahn A25, wurde eine neue Eisenbahnbrücke erfolgreich über die Autobahn A25 in ihre endgültige Position verschoben.
Verschoben wurde die Brücke mithilfe einer speziellen Gleitbahntechnologie. Ein hydraulisches Fluid-System mit Stickstoffunterstützung reduzierte die Reibung erheblich und ermöglichte das kontrollierte Verschieben des Bauwerks. Sogenannte Jack-up-Türme hoben die Brücke an, führten sie während des gesamten Vorgangs präzise und sorgten für die notwendige Stabilität, um die Endposition millimetergenau erreicht werden konnte.
Das Tragwerk spannt sich fast 100 Meter über die Autobahn A25 und hat millimetergenau ihre endgültige Position auf den Widerlagern gefunden. Präzisionsarbeit für einen sicheren und komfortablen Bahnverkehr in den kommenden Jahrzehnten.
RAFFL Stahlbau hat das Tragwerk als Stabbogenbrücke mit WIB-Quertragrichtung ausgebildet. Diese weist eine Gesamtstützweite von 90 m auf. Die Gesamtbreite beträgt 14,55 m und ermöglicht die Führung von zwei Gleisen. Das Gewicht der Stahlkonstruktion liegt bei rund 1400 to.
Die Fertigung und Montage der Stahlkonstruktion erfolgten auf einem Vormontageplatz, der sich etwa 360 m in Gleisachse in Richtung Wels von der Endlage entfernt befindet.
Die Hauptmontagearbeiten wurden im Winter 2025/26 (NOV–MÄR) durchgeführt. Das Schließen des Bogens erfolgte planmäßig mit dem Einheben des letzten Bogensegments am 17.03.2026.
Unser BODNER Ingenieurbau Salzburg hat mit den Arbeiten an diesen Bauabschnitten 4+5: Abbruch Bestandsbrücke und Neubau Brücke MA05.1 bereits im November 2025 gestartet.
Im November und Dezember 2025 erfolgte der Abbruch des zweigleisigen Spannbetontragwerks mit vier Feldern (Stützweiten: 2 × 16 m und 2 × 23 m) unter Aufrechterhaltung des Verkehrs, wobei dieser jeweils auf die gegenüberliegende Richtungsfahrbahn verschwenkt wurde.
Folgende Teilleistungen für die Herstellung des Überbaus inkl. Einschub waren erforderlich:
- Einbau der Fertigteile zwischen den WIB-Trägern und der konstruktiven Bewehrung
- Herstellen der Quer- und Längsverschubbahn (ca. 26 m quer und ca. 400 m längs)
- Einschub mittels Push-Pull-Methode im Gleisbereich (Ende April bis Mitte Mai 2026)
- Einfahren mittels Jack-up-Türmen und Fluidts-Verschubsystem im Autobahnquerschnitt (Totalsperre 13.06-14.06.2026)
- Absenken in die endgültige Lage (ca. 4,5 m)
- Fixierung des Überbaus mittels Keilplatten an den Lagern
- Betonage des WIB-Tragwerks
- Ausbaugewerke (Abdichtung, Lärmschutz, Randbalken, Geländer, Unterschottermatte)
Herzlichen Glückwunsch an die Teams von BODNER Ingenieurbau und RAFFL Stahlbau! Dank eurer großartigen Zusammenarbeit konnte dieses herausfordernde Projekt erfolgreich umgesetzt werden.