TIWAG, Speicherkraftwerk Kühtai

Kühtai Sommer 2026_10 Quelle TIWAG_Droneproject
Foto: Droneproject

In einer ARGE Swietelsky-Jäger-BODNER errichten wir für die TIWAG das neue Speicherkraftwerk im Kühtai. Der Baustart erfolgte 2021, im Sommer 2026 läuft der Testbetrieb unter Realbedingungen. Die finalen Restarbeiten am Großprojekt sollen bis zum Sommer 2027 abgeschlossen sein. Der reguläre Vollbetrieb ist für Sommer 2027 geplant.

Mit dem neuen Pumpspeicherkraftwerk Kühtai 2 und dem neuen Speichersee Kühtai kann erneuerbare Energie zeitlich flexibel erzeugt und Strom aus anderen erneuerbaren Energiequellen zwischengespeichert werden.
Mit zusätzlichem Wasser aus dem mittleren Ötztal und dem hintersten Stubaital wird die Erzeugung von Strom aus natürlichem Zufluss in der erweiterten Kraftwerksgruppe erheblich gesteigert.

Der neue Speichersee Kühtai mit Steinschüttdamm
Der neue Speicher Kühtai hat ein nutzbares Volumen von ca. 31 Mio. m³ und ist damit rund halb so groß wie der bestehende Speicher Finstertal. Der Staudamm wird als Steinschüttdamm mit einer zentral liegenden Erdkerndichtung errichtet und hat eine Höhe von 113 m (vom ursprünglichen Talboden bis zur Dammkrone). Das Stauziel liegt auf 2.140 m Meereshöhe. Das gesamte Material für den Steinschüttdamm wird vor Ort aus dem künftigen Speicherraum oder aus anfallendem Tunnelausbruchsmaterial
gewonnen. Die luftseitige Dammoberfläche wird – ähnlich wie schon bei den bestehenden beiden Dämmen – mit Natursteinen und Strukturelementen so gestaltet, dass sich das Bauwerk bestmöglich in die umgebende Landschaft eingefügt.

Das Kraftwerk im Berg
Das Kraftwerk Kühtai 2 mit dem zugehörigen Triebwasserweg – ein Stollen mit einem Durchmesser von 4,5 m – verbindet den neuen Speicher Kühtai und den bestehenden Speicher Finstertal. Das Kraftwerk wird vollkommen unterirdisch in einer Felskaverne errichtet und ist für den Pumpspeicherbetrieb konzipiert. Das Herz des Kraftwerks sind die beiden reversiblen Pumpturbinen, d. h. sie sind in ihrer Funktion und in der Drehrichtung umkehrbar. Im Turbinenbetrieb fließen im Triebwasserweg bis zu 90 m³/s Wasser vom Speicher Finstertal zum Speicher Kühtai, wobei die Turbine den Generator antreibt, der dadurch Strom ins Netz einspeist.
Im Pumpbetrieb wird der Generator zum Motor, der Strom aus dem Netz aufnimmt, während die von ihm angetriebene Turbine nun als Pumpe wirkt und Wasser vom Speicher Kühtai in den Speicher Finstertal hinauf fördert. So kann das Wasser zur späteren Stromerzeugung gespeichert werden – wie bei einem Akku, jedoch in viel größeren Mengen. Die Zu- und Ableitung der elektrischen Energie erfolgt über eine kurze, erdverlegte 220 kVKabelverbindung zum bestehenden Kraftwerk Kühtai, das ja bereits an das
Stromnetz angeschlossen ist. Eine neue Hochspannungsleitung ins Inntal ist nicht erforderlich. Dies ist nur einer von vielen Standortvorteilen aufgrund der bestehenden Kraftwerksanlagen und Infrastruktur.

Der Beileitungsstollen mit sechs Wasserfassungen
Die Beileitung – ein Stollen mit einem Durchmesser von 4,2 m und einer Länge von 25,5 km – erschließt mit sechs Wasserfassungen das zu­sätzliche Einzugsgebiet im mittleren, östlichen Ötztal und im hinteren Stubaital. Das gefasste Wasser fließt mit leichtem Gefälle in den Speicher Kühtai. Da zwei Wasserfassungen aufgrund örtlicher Gegebenheiten etwas tiefer als die Beileitung liegen, wird dort das entnommene Wasser mittels einer Pumpstation auf das Beileitungsniveau gehoben. Bei den Fassungen wird generell nur eine ökologisch vertretbare Menge Wasser entnommen. Zudem bleibt auch die natürliche Abflussdynamik – wenn auch auf niedrigerem Niveau – erhalten. Im Winter wird überhaupt kein Wasser entnommen.


Fotos: TIWAG, Droneproject, BODNER, Martin Neumayer, Markus Geisler

Ing. Hans Bodner
BaugesmbH & Co KG
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